Hafen Narvik
Anbieter AIDA Cruises
Kurzzeichen NVK 04
Titel Die Erzbahn am Polarkreis
Dauer 4 Stunden
Preis (9/2023) 139,00 € (Kinder: 69 €)

Die Stationen des Ausflugs:

  • kurzer Bustransfer zur Bahnstation der Ofoten Eisenbahn, die Ofotenbahn ist das norwegische Teilstück der Erzbahn, welche sich auf 43 Kilometern zwischen Narvik und Schweden die Berge hinauf schlängelt
  • ca. 2 h Fahrt durch die gebirgige Landschaft, teilweise auf 1.000 Metern Höhe nach Abisko
  • kurzer Fußweg zum Hotel, Kaffeepause und Freizeit
  • ca. 1 h 15 Rückfahrt mit dem Bus zum Schiff

Hinweise:

Kaffee und Gebäck; Zug ist nicht exklusiv für AIDA Gäste reserviert; Zug ist öffentlich und kann Verspätung haben; Zeit für Kaffee und Kuchen abhängig vom Verkehr, Zugfahrplan muss eingehalten werden; Reihenfolge der Programmpunkte kann variieren, englischsprachige Reiseleitung möglich

Ausflugsvideo

Ausflugsablauf

Der AIDA-Ausflug „NVK04 – Die Erzbahn am Polarkreis“ startet um 8.30 Uhr an den Bussen auf der Pier. So ist zumindest der Plan. In der Praxis ist der Bus allerdings um 8.15 Uhr bereits gefüllt, so dass wir etwas früher abfahren können. Wer sich also den Platz im Bus aussuchen möchte, sollte nicht nur etwas früher, sondern eher viel früher am Bus sein.

Und bei diesem Ausflug macht das auch durchaus Sinn – sieht man auf der Fahrt nach Abisko doch deutlich mehr, wenn man auf der linken Seite im Bus sitzt.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, warum wir mit dem Bus nach Abisko fahren, wenn doch eigentlich eine Zugfahrt gebucht war. Nun, das ist dem Zugfahrplan geschuldet – je nach Tageszeit geht der Ausflug mit dem Zug entweder von Narvik nach Abisko und der Rückweg wird mit dem Bus zurückgelegt oder umgekehrt. Und wir haben den Ausflug, bei dem wir zunächst mit dem Bus nach Abisko fahren und von dort dann mit der Ofotenbahn den Rückweg nach Narvik antreten. Im Endeffekt bleibt es sich aber eigentlich egal – man muss dann nur darauf achten, wo man im Bus bzw. Zug sitzt – aber dazu später mehr.

Wir sind also aktuell auf der etwas mehr als eine Stunde dauernden Fahrt nach Abisko in Schweden – unterwegs werden wir von immer wieder aufkommenden Regenfällen begleitet und auch der Himmel ist eher bewölkt als frei. Aber das ist nun mal nicht zu ändern und jahreszeitlich bedingt in Norwegen auch nicht unüblich. Von daher gilt wie immer: es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.

Da die landschaftlich attraktivere Seite die linke Seite ist, sollte man idealerweise darauf achten, im Bus auf der linken Seite zu sitzen (das gilt übrigens auch für den Zug, wenn man denn von Narvik nach Abisko fährt). Und hier gibt es dann doch immer wieder etwas zu fotografieren – landschaftlich gesehen wechseln sich Berge, Täler, Fjorde und Seen ab. Von der Überquerung der Grenze zwischen Norwegen und Schweden bekommt man übrigens nicht wirklich etwas mit – das ist so ein bisschen wie die Fahrt von Hessen nach Bayern. 😉

Gegen 9.30 Uhr erreichen wir Abisko und die dortige „Touristenstation“. Hier gibt es zunächst einmal Toiletten und dann einen gut einstündigen Freizeitaufenthalt, der wahlweise mit (inkludiertem) Kaffee und Kuchen überbrückt werden oder auch für einen kleinen Spaziergang im angrenzenden „Kanjon“ („Canyon“) genutzt werden kann. Hier findet sich ein Holzsteg, der entlang eines kleinen Flusses führt und damit in den Abisko Nationalpark eingebettet ist.

Ich entscheide mich also gegen den Kuchen und für den Canyon und habe das auch keine Sekunde bereut. Der Weg entlang des sich durch die Landschaft schlängelnden Flusses ist schon sehr sehenswert. Etwa zwanzig Minuten bin ich unterwegs, bis ich mich zurück auf den Rückweg zur Touristenstation mache, um rechtzeitig zum Treffen für den Weg zum Bahnhof dort zu sein.

Nächster Programmpunkt ist dann die Fahrt mit dem Zug, der Ofotenbahn, zurück nach Narvik. Abfahrtszeit ist 11.07 Uhr – und stolz wird am Bahnhof durchgesagt, dass der Zug jetzt auf Gleis 1 einfahren würde. Dass der Bahnhof nur ein Gleis hat, verschweigt man allerdings. 😉

Der Zug ist pünktlich und auch alle Ausflugsteilnehmer sind rechtzeitig aus dem Canyon zurückgekommen. In der Vergangenheit ist es wohl des öfteren vorgekommen, dass sich einzelne Personen beim Begehen des Steges durch den Canyon zeitlich verschätzt haben und dadurch zu spät am Bahnhof, der direkt gegenüber der „Turiststation“ liegt, ankamen. Hier gilt also: mindestens soviel Zeit für den Rückweg einplanen wie auch der Hinweg gedauert hat. Und dann am besten noch „ein paar Minuten Angst“ dazu geben. Dann klappt’s auch mit dem Zug – der nächste wäre dann nämlich schon zu spät für die Rückkehr zum Schiff.

Laut unserem Gruppenticket sollen wir uns in Wagen 16 setzen, wobei es aber keine reservierten Sitzplätze gibt. Es ist also durchaus möglich, dass man sich einen freien Platz aussucht, der aber gar nicht frei ist, sondern im weiteren Verlauf von jemandem besetzt werden will, der eine Reservierung hat. Kann man nicht ändern, muss man nur wissen.

Wissen müsste man übrigens auch, wo Wagen 16 denn ungefähr hält, damit man sich schon mal in Position stellen kann. Dummerweise ist das nirgendwo zu sehen – von daher gilt es also, den Wagen am einfahrenden Zug zu suchen. In unserem Fall fuhr dieser Wegen im Übrigen als dritter Wagen – direkt gefolgt von Wagen 51. Idealerweise sucht man den Wagen also nicht mit Logik.

Wagen 16 ist dafür (fast) leer, so dass ich schnell einen Fensterplatz auf der rechten Seite ergattere (das ist für den Rückweg die Seite mit der schöneren Aussicht). Hierbei muss man übrigens beachten, dass nicht jeder Sitzplatz an einem Fenster liegt und dass auch nicht jedes Fenster zu öffnen ist. Wer also fotografieren oder filmen will, sollte idealerweise nach einen Platz an einem zu öffnenden Fenster auf der rechten Seite des Zuges Ausschau halten. Und wenn man davon absieht, dass mein Sitzplatz rückwärts angeordnet war, hat sonst aber alles gestimmt und ich konnte die eine oder andere Aufnahme bei geöffnetem Fenster machen.

Ab der Station „Riksgränsen“, also der Grenze zwischen Schweden und Norwegen, wird die Landschaft dann übrigens immer spektakulärer: tiefe Fjorde zwischen hohen Bergen ziehen sich immer wieder parallel zu unserer Eisenbahnstrecke durch die Landschaft. Hier gilt dann übrigens: alles fotografieren, was es zu sehen gibt. Und dann lieber später in Ruhe das löschen, was nicht gefällt. Wer versucht, immer nur das beste Fotomotiv zu erwischen, der wird von der Vielzahl der Tunnel auf der Strecke überrascht werden – nicht selten kommt es vor, dass der Zug im Tunnel ist, bevor man den Auslöser der Kamera bzw. des Handys gefunden hat.

Gegen 12.30 Uhr erreichen wir dann das Ziel unserer Reise: den Bahnhof von Narvik. Und hier wartet auch schon unser Bus, der uns zurück zum Schiff bringt. Auf Wunsch kann man übrigens auch unterwegs in Stadtnähe aussteigen und anschließend individuell zu Fuß zum Schiff zurückkehren.

Alternative

Alternativ zum AIDA-Ausflug für 139 € gibt es übrigens direkt im Hafen auch die Möglichkeit, einen ähnlich gelagerten Ausflug mit einem örtlichen Anbieter zu machen. Hierbei handelt es sich um eine Rundfahrt mit der Bahn von Narvik bis nach Bjørnfjell und zurück. Bjørnfjell ist dabei die letzte Bahnstation vor der schwedischen Grenze, so dass die Strecke des von AIDA angebotenen Ausflugs länger ist und das Ziel Abisko auch landschaftlich mit dem Canyon deutlich mehr zu bieten hat. Wer jedoch nur an der landschaftlich interessanten Bahnfahrt (und das Teilstück von Narvik bis zur Grenze ist in der Tat das schönere und spektakulärere) interessiert ist, für den kommt ggf. auch dieses Alternativangebot in Frage. Angeboten wird die Fahrt für 520 NOK, nach aktuellem Umrechnungskurs (Stand 09.09.2023) also für etwa 45 €.